
Katja zur Linden · November 2026
Die Deutsche Telekom haben die Passwörter „schalke04" und "Schalke04" weltweit mehr als 600.000-mal in Sammlungen gestohlener Zugangsdaten gefunden.
Da musste ich an ein Gespräch von vor einigen Jahren denken. Ich habe damals ein Unternehmen aus der Cybersecurity-Branche beraten. Der Inhaber eines Traditionsunternehmens sagte mir einen Satz, den ich bis heute nicht vergessen habe: „Das ist ja wie ein Beerdigungsinstitut."
Man braucht es erst, wenn es zu spät ist.
Solange alles läuft, haben andere Themen Vorrang. Die Risiken sind bekannt. Aber das Tagesgeschäft ist dringender.
Bis an einem Freitagabend die Systeme ausfallen.
Dann interessiert niemanden mehr, wie gut der Notfallplan auf dem Papier aussieht. Dann muss klar sein, wer entscheidet, wer erreichbar ist und wer handeln darf. Auch wenn die Person, bei der sonst alle Fäden zusammenlaufen, gerade im Urlaub ist.
Genau hier wird Cyberresilienz zur Frage der Organisation. Technische Schutzmaßnahmen allein reichen nicht, wenn im Ernstfall Entscheidungen liegen bleiben, weil niemand weiß, wer zuständig ist.
Wer entscheidet im Ernstfall, wenn die Geschäftsführung nicht erreichbar ist?
Gibt es eine Vertretung für die Schlüsselpersonen, bei denen alle Fäden zusammenlaufen?
Wer darf Systeme abschalten, Geld freigeben und nach außen kommunizieren?
Wann wurde der Notfallplan zuletzt unter realistischen Bedingungen getestet?
Ein Notfallplan auf dem Papier macht noch kein Unternehmen handlungsfähig.
Unklare Zuständigkeiten sind eine der 5 Organisationslücken: die Entscheidungslücke. Mit dem Zukunftsfähigkeits-Check Geschäftsführung sehen Sie, wo Ihre Organisation hakt, bevor ein Ernstfall es zeigt.
Quelle: Deutsche Telekom
Ist Ihr Unternehmen im Cyber-Ernstfall handlungsfähig?